Der kleine Feldwebel
Polly war schon immer ein kleiner Feldwebel. In allen möglichen Situationen weist sie die anderen Familienmitglieder im besten Kasernenton darauf hin, was sie zu tun und zu lassen haben.
Das geht schon morgens los, wenn ich die Kinder in den Kindergarten fahre. Kaum sitze ich im Auto, kommt von hinten die Anweisung: "Papa, anschnallen!" Oder beim gemeinsamen Essen, wenn sie ihre Schwester anschnauzt: "Nelly, setz' dich endlich hin!" Oder wenn Lizzy mal wieder mit dem Essen matzt: "Lizzy, ordentlich essen!".
Doch gestern abend hat sie ihre Rolle mal wieder völlig ausgelebt. Eigentlich waren die Zwillinge schon seit einer Stunde im Bett und wir dachten, dass sie längst schlafen. Auch Nelly war schon im Bett, kam aber nochmal runter in die Wohnstube, weil sie uns noch was ganz wichtiges sagen musste (ich glaube, sie wusste nur, dass es was ganz sehr wichtiges war, aber nicht, was...). Als ich sie wieder hoch ins Bett brachte und sie die Leiter zu ihrem Hochbett erklomm, kam von hinten aus Pollys Bett die unmissverständliche Anweisung "Nelly, leg' dich hin!"