Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder.

Dante Alighieri

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Kidblog - Neues von Nelly, Lizzy und Polly

Unter Generalverdacht

Eingestellt am 12. März 2008 um 09:22 Uhr » Geschichten

Nach längerer Zeit melde ich mich nun mal wieder. Nicht, dass es nichts zu berichten gäbe, aber wir haben die letzten Monate mit dem Familienumzug zu tun gehabt - schließlich ist der Wohnungswechsel einer 5-köpfigen Familie kein Spaziergang... ;)

Doch nun ist es vollbracht, wir sind mit Sack, Pack und sämtlichen Kindern ins neue Haus gezogen. Und da fängt der Ärger schon an.

Unser Häuschen steht in einem Innenhofbereich, der Zugang ist über das Gelände einer Wohnungsgesellschaft. Wir waren es von unserer alten Wohnung gewöhnt, dass solche Wohnanlagen eigentlich recht kinderfreundlich gestaltet sind und dass auch die Anwohner recht kinderfreundlich eingestellt sind. Doch hier scheint alles anders. Zuerst fällt auf, dass der Durchgang zum Spielplatz der Wohnanlage durch ein 2 Meter hohes stählernes Rankgitter erschwert wird, an dem ein riesiges Schild warnt:

Kein öffentlicher Spielplatz,
Zugang nur für Hausbewohner. Ballspielen und Radfahren verboten.

Nun ja, wegen einer Schaukel und eines Sandkastens so einen Aufriss, wer's braucht. Aber die ureigensten Kinderinstinkte zu verbieten (Ball spielen und Rad fahren gehören zweifelsfrei zu den Grundbedürfnissen von Kindern), erschien mir schon seltsam. Aber egal, wir haben sowieso vor, auf unserem Grundstück verschiedenste Spielgeräte aufzustellen und zum Ball spielen ist es weiß Gott groß genug.

Doch weiter in der Posse. Wir waren kaum eingezogen, da hatten die netten Bewohner nichts Besseres zu tun, als entlang unseres Zugangsweges eine Strippe zu spannen, an der ein in eine Klarsichtfolie gehüllter Computerausdruck hing, der in großen Lettern warnte:

Privatgrundstück!
Kein öffentlicher Spielplatz!

Auf Nachfrage bei der Wohnungsgesellschaft teilte man uns mit, dass am Wochenende unsere Kinder auf dem Spielplatz beobachtet worden seien und wir sollten doch Verständnis für die Bewohner haben, schließlich bezahlten sie für die Pflege des Spielplatzgeländes, was wir ja nicht tun. Doch wir hatten kein Verständnis, denn zu diesem Zeitpunkt waren unsere Kinder allesamt noch bei ihren Großeltern. Doch Emma half und zerstörte mit ihren heftigen Böen das Schild.

Gestern war es wieder soweit, das Schild wurde erneuert und warnt nun:

Privatgrundstück!
Kein öffentlicher Spielplatz!!!!!

Dazu fällt mir eigentlich nur Terry Pratchett ein...

Jedenfalls scheinen unsere Kinder jetzt bei einem Teil unserer lieben Nachbarn unter Generalverdacht zu stehen. Fehlt nur noch, dass man ihnen die Haufen zurechnet, welche die zahlreichen Katzen und Hunde in den gepflegten Grünanlagen hinterlassen.

Pikantes PS: Die Wohnungsgesellschaft und die Bewohner der Anlage stehen der katholischen Kirche nahe, die sich doch stets und gern als ach so kinderfreundlich darstellt. Naja, in der kleinen Parallelwelt unserer Nachbarn scheint das nicht zu gelten.


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